Nicht nur die Anzahl der Windparks nimmt zu, sondern auch deren Größe. Das hat Auswirkungen auf die Instandhaltung der Windenergieanlagen (WEA): Denn wenn Betreibenden keine aktuellen und quantitativen Informationen über den Zustand ihrer Anlagen vorliegen, steigen die Risiken für kostenintensive Ausfälle. Künstliche Intelligenz (KI) könnte diese Informationslücke schließen.
Ziele und Vorgehen
Das Projektteam entwickelt eine auf KI basierende hybride Plattform, die die verbleibende Lebensdauer von WEA-Komponenten präzise prognostizieren und eine entsprechende Risikoeinschätzung abgeben kann. Zur Erhebung hochaufgelöster Sensordaten montieren die Forschenden faseroptische Dehnungssensoren an die WEA, die Belastungen in Echtzeit messen können. Auf ebenfalls direkt an den Anlagen befindlichen Edge-Geräten kombinieren sie die so erhobenen Daten mit weiteren Überwachungs- und Steuerungsdaten. Diese Datenbasis übertragen sie auf eine zentrale Plattform und erstellen einen generischen Windparksimulator, um damit KI-Modelle zu trainieren. Dabei prüfen sie kontinuierlich die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Prognosen und deren Nutzen für die Wartungsplanung. Sie testen das Modell im Rahmen von Feldversuchen an mehreren Windparks.
Innovationen und Perspektiven
Die Forschenden verbinden reale Sensorik mit KI, ermöglichen dezentrale Analysen und schaffen eine quantitative Entscheidungsgrundlage zur Verfügbarkeit und Lebensdauer von WEA für Herstellende, Betreibende sowie Service- und Versicherungsunternehmen. Damit leisten sie einen Beitrag zur Energiewende, zur Digitalisierung des Energiesystems und zur Effizienzsteigerung und Werterhaltung technischer Infrastrukturen in Deutschland. Perspektivisch lassen sich die Erkenntnisse auch auf weitere Infrastrukturen wie Tunnel, Strommasten und Pipelines übertragen.
Projektinformation
Projektleitung
Turbit Systems GmbH
Kottbusser Damm 79
10967 Berlin
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) - Standort Bremerhaven
FiberCheck GmbH, Chemnitz
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