Großveranstaltungen sicherer planen, begleiten und steuern
Motivation
Bei Großveranstaltungen können sich Menschenströme schnell verdichten. Veranstaltende und Sicherheitsdienste wissen oft nicht genau, wie viele Personen sich gerade wo bewegen. Dadurch erkennen sie Engstellen oder gefährliche Überfüllungen zu spät. Kameras helfen nur begrenzt und werfen Datenschutzfragen auf. Eine Technologie könnte bei der verlässlichen und datenschutzkonformen Frühwarnung unterstützen.
Ziele und Vorgehen
Das Projektteam entwickelt ein System, das Menschen auf Veranstaltungen zählt, ihre Bewegungsrichtung erkennt und kritische Verdichtungen früh meldet. Dafür kombiniert es zwei berührungslose Messverfahren: Eines nutzt Radar, das andere wertet Veränderungen von Funkwellen aus. Beide Verfahren erfassen keine Namen, Gesichter oder Gerätekennungen. Anschließend führt das Team die Messdaten zusammen und vergleicht sie mit zuvor berechneten Räumungsverläufen. Eine übersichtliche Anzeige zeigt aktuelle Auslastungen, mögliche Engstellen und passende Maßnahmen. Das Forschungsteam testet das System bei Festivals, Stadtfesten und Weihnachtsmärkten. So prüft es Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Bedienbarkeit und den Nutzen für Einsatzleitungen unter realen Bedingungen und verbessert das System Schritt für Schritt weiter.
Innovationen und Perspektiven
Besonders ist die Verbindung anonymer Messungen mit vorbereiteten Räumungsverläufen. Dadurch kann das System nicht nur zählen, sondern Entwicklungen abschätzen. Sicherheitsdienste, Kommunen und Veranstaltende könnten die Ergebnisse später nutzen. Auch Anwendungen in Bahnhöfen, Innenstädten oder Gebäuden sind denkbar.
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Technische Fakultät - Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) - Professur für Elektrische Messtechnik und Eingebettete Systeme
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