Als Anwendungsfälle dienen dabei komplexe Modelle von Energiesystemen zur Planung der Energiewende und Vorhersagen für den Strommarkt, die in Abstimmung mit den assoziierten Partnern Siemens AG und Entega AG untersucht werden.
Förderung von Forschungsvorhaben zur Erklärbarkeit und Transparenz des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz
Mit der Bekanntmachung „Förderung von Projekten zum Thema Erklärbarkeit und Transparenz des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz“ sollen Forschungsvorhaben zur Erforschung und Entwicklung einer erklärbaren, transparenten und nachvollziehbaren Künstlichen Intelligenz (KI) gefördert werden. Die Fördermaßnahme ist Teil der Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung und der Hightech-Strategie 2025. Durch die Fokussierung auf die Themen Nachvollziehbarkeit, Erklärbarkeit und Transparenz wird mit der Fördermaßnahme ein breiter und langfristiger Nutzen für die verschiedensten Anwender von KI ausgehen. Hierbei werden durch das BMBF insbesondere Verbundprojekte gefördert, die aus interdisziplinären Kooperationen zwischen der Informatik und angrenzenden Disziplinen wie Wahrnehmungspsychologie und Kognitionswissenschaften, Mathematik und Physik bestehen. Mit der Förderung von Forschungsvorhaben im Bereich KI schafft das BMBF die Grundlage für weitere Innovationen mit hohem gesamtwirtschaftlichem Potenzial und trägt damit zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Deutschland bei.
Erklärende KI für Komplexe Lineare Programme
Technische und soziale Systeme werden immer komplexer. Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, Planungen und Entscheidungen in solchen komplexen Systemen essentiell zu unterstützen. Durch KI und maschinelles Lernen gewonnene Vorhersagen und Handlungsstrategien für komplexe Systeme entziehen sich aber bisher einfachen und transparenten Erklärungen. Das liegt an der Größe solcher Systeme und vielen internen Wechselwirkungen, aber auch an der Komplexität und Intransparenz der eingesetzten KI-Methoden. Bei vielen Planungen und Entscheidungen sind Menschen jedoch direkt beteiligt und betroffen, z.B. bei schwerwiegenden Investitionsentscheidungen, politischen Entscheidungen, Therapieempfehlungen etc. Daher ist es wichtig, für Vorhersagen und Handlungsstrategien in komplexen Systemen kognitiv adäquate Erklärungen zu finden. Ausgangspunkt von „PlexPlain“ ist die Einsicht, dass die lineare Programmierung, also die Optimierung von Zielfunktionen auf Basis linearer Gleichungen, eine grundlegende KI-Methode ist, die sehr häufig für Optimierung und Planung in komplexen Systemen eingesetzt wird. Auch einige aktuelle Vorhersagemethoden, die auf neuronalen Netzen beruhen, und das sogenannte Verstärkungslernen, also das Erlernen durch Belohnung bei Erfolg, das zunehmend angewendet wird, lassen sich durch lineare Programmierung analysieren. In Anwendungen eingesetzte lineare Programme können leicht Millionen von Variablen enthalten, deren Zusammenwirken oft auch für Experten nur schwer verständlich ist. Damit bilden lineare Programme eine große Klasse an Problemen, für die dringend kognitiv adäquate Erklärungen benötigt werden.
In „PlexPlain“ wird daher zum einen grundlagenorientiert in Verhaltensstudien untersucht, wie Menschen lineare Programme verstehen. Zum anderen werden neue Methoden entwickelt, die lineare Programme (semi-)automatisch vereinfachen, in graphische Modelle übersetzen und Erklärungen erzeugen. In den Verhaltensstudien werden Versuchspersonen mit Planungsproblemen konfrontiert, die durch lineare Programme optimal gelöst werden können. Die beobachteten Lösungsstrategien und begleitende Erklärungen fließen in die Entwicklung der neuen Methoden ein, die ihrerseits zu überprüfende Hypothesen für verständlichere Erklärungen liefern. Insbesondere werden graphische Modelle aus komplexen Systemen extrahiert und zur Darstellung von verständlichen, qualitativen Wirkzusammenhängen genutzt. Das Projekt ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen kognitionswissenschaftlicher und informatorischer Grundlagenforschung mit der Elektrotechnik, die die konkreten Anwendungsfälle liefert.
Als Anwendungsfälle dienen dabei komplexe Modelle von Energiesystemen zur Planung der Energiewende und Vorhersagen für den Strommarkt, die in Abstimmung mit den assoziierten Partnern Siemens AG und Entega AG untersucht werden.
Centre for Cognitive Science
Technische Universität Darmstadt
Alexanderstraße 10
64283 Darmstadt
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