Die Fördermaßnahme „SoftwareSprint“ unterstützt die Entwicklung freier und offener Software und stärkt damit ein offenes, leistungsfähiges digitales Ökosystem. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung digitaler Technologien und datenbasierter Anwendungen schafft sie Raum für freie Entwicklerinnen und Entwickler, deren Innovationspotenziale im bestehenden Fördersystem bislang unzureichend berücksichtigt wurden.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert Vorhaben, die mit offenen Softwarelösungen einen Beitrag zu gesellschaftlich relevanten Herausforderungen leisten. In der Community ist die Maßnahme auch als „Prototype Fund“ bekannt.
Im Jahr 2026 gibt es drei Förderlinien:
1. Förderlinie „Innovation“
Hier fördert das BMFTR bis zu 30 schnell umsetzbare Projekte, die freie und Open Source-Software (FOSS) in den Bereichen „Datensicherheit“ und „Software-Infrastruktur“ entwickeln:
- Software für Datensicherheit hilft Menschen dabei, sensible Daten vor Verlust, unbefugtem Zugriff oder Manipulation zu schützen.
- Software-Infrastrukturen sind Module, Protokolle, Bibliotheken und Schnittstellen, die Entwickelnde nutzen, um nicht jede Software von Grund auf neu bauen zu müssen. Dazu zählen auch Anwendungen für Endnutzende, wenn sie die darunterliegende Software-Infrastruktur sinnvoll erweitern oder unterstützen.
2. Förderlinie „Up and Coming“
Ebenfalls mit den Themenschwerpunkten „Datensicherheit“ und „Software-Infrastruktur“ richtet sich die Förderlinie „Up and Coming“ speziell an Studierende, Auszubildende und /oder junge Talente im Alter von bis zu 25 Jahren. Bewerben können sich Interessierte, die am 01.06.2027 maximal 25 Jahre alt sein werden, studieren oder sich in einer (fach-)informatischen Ausbildung befinden. Diese Kriterien gelten auch für Teams, wobei eine Person mit bis zu 10 Prozent des Stundenumfangs eingebunden werden kann, die das Kriterium nicht erfüllt.
3. Förderlinie „Resilienz“
Mit dieser Förderlinie fördert das BMFTR freie Alternativen zu proprietärer, zentralisierter und dominierender Software der Tech-Giganten. Freie Softwareprodukte wie Fediverse, OpenStreetMap und Nextcloud lassen sich selbstbestimmt und bedarfsorientiert einsetzen. Doch um sich gegen die vorgefertigten und proprietären Lösungen durchzusetzen, braucht es nicht nur guten Code, sondern auch ein überzeugendes Konzept für die langfristige Perspektive der Idee. In dieser Förderlinie gibt es ein angepasstes Coaching- und Seminarprogramm, der grundsätzliche Ablauf bleibt aber auch hier gleich und parallel zu den anderen Förderlinien.
Ablauf
Das BMFTR fördert ausschließlich Einzelentwickelnde oder kleine Teams von bis zu vier Personen.
Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige Institutionen und Vereine sind nicht antragsberechtigt.
- Reguläre Förderphase: Während der sechsmonatigen Förderung entwickeln die Projektverantwortlichen ihre Software. Anschließend stellen die Entwicklerinnen und Entwickler ihre Projektergebnisse im Rahmen eines Demo Day einer interessierten Öffentlichkeit vor.
- Anschlussförderung: Im Rahmen einer Zwischenevaluation entscheidet eine Fachjury darüber, ob eine viermonatige Anschlussförderung (Second Stage) möglich und sinnvoll ist. So können ausgewählte Projekte ihre Nachhaltigkeit stärken. Dies geschieht beispielsweise durch den Aufbau von Community-Strukturen, die Verbreitung und Verbesserung der Nutzbarkeit der Software oder durch Gründung von Vereinen oder neuen Kollaborationen. Dafür nehmen die Geförderten an Gründungscoachings teil, betreiben Öffentlichkeitsarbeit, führen User-Tests durch und dokumentieren ihre Arbeit weiter.
Bewerbungsfrist ist der 30. November 2026 um 15 Uhr (CET), Start der Förderung wird der 01. Juni 2027 sein.
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